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Ein Tag als Burgherrin
Der Text wurde in Gemeinschaftsarbeit von den Jungen der Klasse 3a der GS Fürstenberg erstellt.

Mein Leben als Burgherrin war schon anstrengend. Ich will euch dies einmal kundtun:
Ich wohne in der Kemenate, das ist der Wohnraum der Frauen. Heute stehe ich sehr früh auf, denn wir erwarten Jagdgäste. Zuerst pflücke ich im Burggarten Kräuter, denn für den Speiseplan bin ich zuständig.
Außerdem verwahre ich die kostbaren Gewürze, wie Ingwer und Nelken. Nun gehe ich in die Küche und bespreche mit den Köchinnen die Mahlzeit: Es soll Wildschweinbraten geben und natürlich Heringe in Honig.
Jetzt gehe ich zu meinen Kindern - Godehard der Älteste wird zum Ritter ausgebildet, deshalb ist er zur Zeit als Knappe auf einer anderen Burg. Meine Töchter Adelgunde und Brunhilde unterrichte ich am frühen Morgen im Lesen, Schreiben und Rechnen.  Ich bin die einzige auf der Burg, die Lesen und Schreiben gelernt hat. Ein Ritter braucht so etwas nicht!  Danach gehe ich zu meinem Jüngsten, der ist erst drei Monate alt. Eine Amme aus dem Dorf übernimmt die Pflege, aber ich schaue regelmäßig nach ihm.
Draußen auf dem Hof höre ich Hufgetrampel, die Jagdgäste treffen ein.  Schnell laufe ich hin und begrüße sie als Burgherrin. Mein Gatte reitet aus der Burg voran, und die Jagd beginnt.
So nun Beeilung: In 2 Stunden kommen sie zurück und das Essen muss auf dem Tisch stehen. In der Küche ist eine Menge los, und ich probiere die Gerichte durch: köstlich.  Nun spurte ich zum Rittersaal. Ich sage den Pagen, wie sie die Tische stellen müssen, dann lege ich die Tischtücher auf. Messer brauchen wir nicht, nur Becher. Alle essen mit den Händen. Da, die Gesellschaft kommt zurück. Die Pferde werden versorgt, und da stürmen schon alle in den Rittersaal.
Ich hole schnell die Kinder, die draußen auf dem Burghof gespielt haben herein. Wir nehmen oben den Vorsitz ein und das Essen beginnt. Wir achten auf gute Tischmanieren. Als alle rülpsen, weiß ich, dass das Essen gut war.
Die Pagen räumen ab und die Gesellschaft zieht sich zurück. Die Männer gehen zu den Pferden und wir Frauen treffen uns in der Kemenate. Stoffe werden ausgebreitet und wir fangen an Kleidung zu nähen. So vergehen die Stunden.
Nun muss das Abendgericht vorbereitet werden. Als muss ich wieder in die Küche. Diesmal gibt es Zimthuhn und als Nachtisch Mandeln.
So laufe ich hin und her, natürlich muss ich auch nach den Kindern sehen.
Jetzt ist noch ein kleine Andacht in unserer Burgkapelle. Ich bete dort täglich. Nach dem Abendessen ziehen wir uns alle zurück. Auch die Männer kommen mit ins Frauenzimmer.
Wir Frauen nähen und die Männer erzählen von ihren Schlachten und Jagden. Die Kinder liegen auf Kissen und hören eifrig zu. Es ist schon spät, ich schicke die Kinder fort, wir schlafen alle in einem Bett, das ist so wärmer. Auch ich bin dann müde und lege mich schlafen. Habt ihr euch das Leben so vorgestellt????
Eure Burgherrin Kunigunde von der Vorstenburg.